Ein Glaube, ein Weg, viele Schritte

Was mit einem Lied und einer Idee begann, wird am 10. Oktober Wirklichkeit. Kinder und Jugendliche aus Kempen und St. Hubert machen sich gemeinsam auf den Weg – ökumenisch, abwechslungsreich und mit jeder Menge Abenteuer.

Viele kleine Leute an vielen kleinen Orten, die viele kleine Schritte tun“ – dieses Lied war der Ausgangspunkt für eine Idee, die inzwischen ziemlich konkrete Formen angenommen hat. Am Samstag, 10. Oktober, machen sich Kinder und Jugendliche aus Kempen und St. Hubert gemeinsam auf den Weg: Bei einem ökumenischen Pilgertag führt der Weg von St. Marien in der Kempener Altstadt zur Gustav-Adolf-Kirche in St. Hubert.

Entstanden ist die Idee aus Gesprächen über Ökumene und Kinder- und Jugendarbeit. Inga Lenz, Presbyterin für Kinder- und Jugendarbeit in der evangelischen Gemeinde, und Britta Mennigmann, die sich ehrenamtlich in der katholischen Pfarrgemeinde engagiert, wollten nicht nur darüber sprechen, was man gemeinsam machen könnten, sondern etwas auf die Beine stellen. „Können wir das?“, stand irgendwann die Frage im Raum. Die Antwort war: Ja – und es entstand der Plan für ein Großprojekt: ein gemeinsamer Pilgertag. 

Schnell war klar: Kinder und Jugendliche haben unterschiedliche Bedürfnisse. Deshalb wird es zwei Gruppen geben. Die Sechs- bis Zwölfjährigen sind in von Erwachsenen begleiteten Gruppen unterwegs. Für sie wurde eine eigene Strecke mit altersgerechten Aktionen entwickelt. Die 13- bis 15-Jährigen gehen in Kleingruppen und bekommen zusätzlich eine digitale Pilger-Challenge mit der kostenlosen App Actionbound.

Die Strecke selbst hat dabei eine symbolische Bedeutung: Sie verbindet Kempen und St. Hubert – und auch katholische und evangelische Kirche. Start ist um 10 Uhr an St. Marien. Von dort geht es mit verschiedenen Stationen und Mitmach-Aktionen auf den Weg nach St. Hubert. Bewegung gehört ebenso dazu wie Gemeinschaft, kleine Herausforderungen und die Gelegenheit, unterwegs miteinander ins Gespräch zu kommen.

Als Ziel war die Gustav-Adolf-Kirche schnell gesetzt. „Das wäre doch toll“, war die einhellige Meinung. Dort gibt es nicht nur Raum für den gemeinsamen Abschluss, sondern auch draußen Platz für ein Lagerfeuer. Gegen 16 Uhr endet die eigentliche Pilgerstrecke, anschließend sind die Familien eingeladen. Bei einer kurzen Andacht und gemeinsamem Lagerfeuer mit Stockbrot klingt der Tag gemütlich aus.

Dass aus einer guten Idee eine solche Veranstaltung werden kann, ist allerdings auch mit einigem Aufwand verbunden. Ein zwölfköpfiges Team hat sich inzwischen zusammengefunden und kümmert sich um Planung, Strecken, Aktionen und Verpflegung. Denn auch dafür ist gesorgt: Die Teilnehmenden werden während des Tages versorgt und müssen sich lediglich um wetterfeste Kleidung und gutes Schuhwerk kümmern. Der Pilgertag findet bei jedem Wetter statt.

Vor allem aber geht es um mehr als ums Wandern. Der Tag soll zeigen, was möglich ist, wenn Menschen verschiedener Konfessionen gemeinsam unterwegs sind. „Ein Glaube, ein Weg, viele Schritte“ lautet deshalb das Motto – und vielleicht ist der Pilgertag ja selbst nur einer dieser vielen kleinen Schritte. Denn bei den beiden Kirchengemeinden ist längst klar: Weitere gemeinsame Projekte sind bereits in Planung.

Ökumenischer Pilgertag für Kinder
und Jugendliche

Samstag, 10. Oktober 2026, 10 bis 17 Uhr
Start: St. Marien, Kempen
Ziel: Gustav-Adolf-Kirche, St. Hubert
Für Kinder von 6 bis 12 Jahren und Jugendliche von 13 bis 15 Jahren
Anmeldung: gdg-kempen-tönisvorst.de