Wenn am 11. Juli das Schwingbodenfestival in Grefrath rockt, steht am Ende des Abends eine Band auf der Bühne, die in Kempen längst Kultstatus hat: The Nicks. Erlebe Kempen hat Andreas Mühlenhaus von The Nicks getroffen. Angefangen vor fast 40 Jahren als Schülerband am Thomaeum, steht die Formation – wenn auch verändert – heute noch auf der Bühne.
Begonnen hat alles 1987 am Gymnasium Thomaeum. Damals allerdings noch unter einem anderen Namen. „Wir hießen erst zwei Jahre lang The Hatmasters“, erinnert sich Schlagzeuger Andreas Mühlenhaus. Erst 1989 wurde daraus The Nicks. Die Idee dazu kam von Saxophonist Christian Maiwald. Der hat damals alles organisiert – die ersten Infoblättchen gestaltet, Flyer gemacht. Alles noch komplett per Hand. „Mein Vater war Offset-Drucker und hat die Sachen dann gedruckt.“
Computerlayouts? Fehlanzeige. Stattdessen wurden Demokassetten zu Hause kopiert, Cover ausgeschnitten und in den Proberäumen am Thomaeum an den ersten Songs gefeilt. Erst im Pavillon, später im Keller der Schule. „Da ist wahnsinnig viel entstanden“, erzählt Mühlenhaus. „Unsere ersten Vier-Spur-Aufnahmen und Demokassetten, die wir verschickt haben und zu Hause kopiert haben“, blickt er zurück.
Mit zehn Leuten auf der Bühne
Die eigenen Songs stehen bis heute im Mittelpunkt. Rund 95 Prozent des Programms stammen aus eigener Feder. The Nicks das sind heute Bastian Pinnenberg (Vocals), Andreas Mühlenhaus (Drums), Stefan Kleinen (Bass), Daniel Schongen (Gitarre, Backing Vocals), Freddi Paul (Gitarre), Roland Maurischat (Keyboard), Thorsten Schmiedel (Trumpet, Backing Vocals), Pepe Krüppel (Posaune), Jörn Kruspe (Saxophon) und Gregor Halberstadt (Saxophon).
Stilistisch bewegen sich The Nicks irgendwo zwischen klassischem jamaikanischem Ska und der britischen Two-Tone-Welle rund um Bands wie Madness oder Bad Manners. „Wir machen eher rockigen Ska“, sagt Mühlenhaus. Aber eben nicht nur. Auch ruhigere Nummern gehören dazu.
Vielleicht ist genau das das Erfolgsrezept der zehnköpfigen Formation. Denn selbst Menschen, die mit Ska eigentlich nichts anfangen können, landen oft tanzend vor der Bühne. „Viele wissen vorher gar nicht, worauf sie sich einlassen“, sagt Mühlenhaus. Aber die Musik funktioniert einfach. Durch die Bläser, den Groove, den Offbeat – das ist Partymusik.
Seit Ende der 80er servieren The Nicks ihren „ungewaschenen Party-Ska“, wie sie selbst sagen, auf Bühnen vor allem in Nordrhein-Westfalen, aber auch darüber hinaus. Gespielt wurde unter anderem schon in Berlin, Frankfurt oder im Raum Stuttgart. Nun soll bald auch Hamburg dazukommen – sofern sich bei zehn Musikern und einem festen Tontechniker überhaupt ein gemeinsamer Termin finden lässt.
Zwei Auftritte an einem Abend
Denn trotz der langen Geschichte sind alle Bandmitglieder Hobbymusiker geblieben. „Wir nehmen keine horrenden Gagen“, sagt Mühlenhaus. „Wir machen das, weil es Spaß macht.“ Und genau das merkt man ihren Konzerten an. Wo The Nicks auftauchen, wird getanzt – egal ob im kleinen Jazzkeller in Krefeld, wo die Bläser schon mal halb neben der Bühne stehen müssen, oder auf Festivalbühnen.
Der 11. Juli wird für die Band dabei besonders sportlich: Erst spielt die Gruppe beim Sommerfest an ihren Proberäumen in den Feldmühlen in Viersen, danach geht es direkt weiter nach Grefrath zum Schwingbodenfestival. „Das hatten wir auch noch nicht“, sagt Mühlenhaus.
Foto: Markus Roosen (bodyandblues.com)
Schwingbodenfestival in Grefrath
Am Samstag, 11. Juli, lädt die Kulturinitiative KinG zum beliebten Schwingbodenfestival ein. Auf der Hauptbühne wartet ein abwechslungsreiches Programm. Los geht es um 15.30 Uhr mit der Kempen Big Band unter der Leitung von Markus Türk. Danach folgen die Breeze Brothers sowie die Krefelder Band Redish mit Indie- und Britrock. Modernen Soul bringt Alex’s Kept Secret auf die Bühne, bevor ab 21.30 Uhr The Nicks den Abend abschließen.
Dazu gibt es ein buntes Rahmenprogramm mit Kunst, Literatur, Mitmachaktionen und zahlreichen Ständen. Auch für Essen und Getränke ist gesorgt.

