Hoch hinaus aufdie Kempener Burg

Der Verein „Denk mal an Kempen“ rückt die Landesburg wieder stärker ins Bewusstsein der Öffentlichkeit. Denn auch wenn die Zukunft des mächtigen Baudenkmals weiter offen ist – das Interesse der Menschen an ihrer Burg ist ungebrochen. 

Malwettbewerb und Burgturmführungen – der Verein „Denk mal an Kempen“ tut einiges dafür, dass das mächtige alte Denkmal nicht in Vergessenheit gerät. Und das gelingt: Die jüngsten Führungen durch die Burg und hinauf auf den Burgturm stießen auf so großes Interesse, dass sämtliche Termine ausgebucht waren. An einigen Tagen wurden sogar zusätzliche Führungen angeboten. Neben vielen Kempenern kamen auch Besucher aus der näheren Umgebung, um einen Blick hinter die dicken Mauern und über die Dächer der Stadt zu werfen.

Dabei ging es nicht nur um die Aussicht. Heinz Wiegers nahm die Besucher zunächst mit auf eine Reise durch die wechselvolle Geschichte der Kempener Burg. Die reicht bis ins Jahr 1347 zurück, als erstmals eine Burg des Kölner Erzbischofs in Kempen erwähnt wurde. Im Laufe der Jahrhunderte wurde aus der Wehrburg ein Renaissanceschloss, später eine Ruine und schließlich ein Schulgebäude, Verwaltungszentrum und Archiv.

Nach dem historischen Teil übernahm Heike Höltken die Führung nach oben. Der Blick vom Burgturm über Kempen war für viele Besucher der Höhepunkt – und vielleicht auch ein Anstoß, sich wieder stärker mit der Zukunft des Wahrzeichens zu beschäftigen.

Seit Jahren beschäftigt die Frage nach der künftigen Nutzung Politik, Verwaltung und Öffentlichkeit. Sanierung, Denkmalschutz und hohe Kosten machen die Suche nach einer tragfähigen Lösung kompliziert. Zuletzt haben die Stadt Kempen, der Verein „Denk mal an Kempen“ und der Kunstverein Kempen gemeinsam an einem Konzept für die künftige Raumnutzung gearbeitet. Grundlage dafür sind Ideen aus einer Masterarbeit zweier Studentinnen der Bauhaus-Universität Weimar, die im April 2024 vorgestellt worden war. Eine konkrete Umsetzung ist allerdings weiterhin ungewiss. Das machte Heinz Wiegers auch bei den Führungen deutlich.

Die Burg bleibt weiter im Blick. Längst ist sie auch als Kulisse für Veranstaltungen gefragt, ob bei Streetfood oder Kirmes. In diesem Jahr kommt noch etwas Neues hinzu: Parallel zum Markt der Sterne in der Altstadt soll vom 26. November bis 20. Dezember erstmals an allen vier Adventswochenenden von Donnerstag bis Sonntag ein Weihnachtsmarkt an der Burg stattfinden.

Übrigens, wer Lust hat, den Burgturm zu besteigen, hat am Sonntag, 13. September, beim Tag des offenen Denkmals noch einmal Gelegenheit dazu: von 11 bis 17 Uhr, jeweils zur halben Stunde (mehr zum Tag des offenen Denkmals ab S. 26).