Was schlummert eigentlich im Museumsdepot? Wie sieht Kempen vom Burgturm aus? Was passiert, wenn man an einer historischen Orgel selbst ein Register zieht? Am Sonntag, 13. September, gibt es darauf Antworten. Zum Tag des offenen Denkmals wird Kempen zu einem großen Entdeckungsort – mit Blicken hinter die Kulissen, die sonst nicht möglich sind.
Es ist einer dieser Tage, an denen man ruhig einmal neugierig sein darf. Eine Tür öffnen, an der man sonst vorbeigeht. Eine Treppe hinaufsteigen, die normalerweise verschlossen bleibt. Oder einfach fragen: Was ist eigentlich dahinter?
Am Sonntag, 13. September, gibt es in Kempen reichlich Gelegenheit dazu. Der bundesweite Tag des offenen Denkmals steht diesmal unter dem Motto „NetzWERKE: Denkmale & Infrastruktur“. In Kempen öffnen verschiedene historische Gebäude ihre Türen – und mittendrin wird das Kulturforum Franziskanerkloster von 11 bis 17 Uhr zur Entdeckerzentrale. Das Beste: Der Eintritt und alle Angebote sind kostenlos.
Vielleicht beginnt die Entdeckungstour gleich mit einem der spannendsten Orte eines Museums: dem Depot. Denn längst nicht alles, was ein Museum besitzt, steht auch in seinen Vitrinen. Um 11, 14 und 16 Uhr nimmt Matthias Sandmann jeweils maximal zehn Neugierige mit hinter die Kulissen. Dort warten Objekte und Schätze, die normalerweise gut verwahrt und für Besucheraugen unsichtbar bleiben.
Auch im Kramer-Museum lohnt es sich, genauer hinzuschauen. Truhen, Uhren, Spieltische – alte Möbel gibt es dort jede Menge. Aber warum stehen sie eigentlich im Museum? Wozu wurden sie benutzt? Und wem haben sie gehört? Diesen Fragen geht Ninon Noack bei einer Kinderführung um 11.30 und 15.30 Uhr nach. Eine weitere Schatzkammer wartet im Museum für Niederrheinische Sakralkunst. Dort stellt Dr. Elisabeth Friese ab 13 Uhr ausgewählte Kostbarkeiten und ihre Geschichten vor.
Wer lieber selbst loszieht, kann die neue Museums-App ausprobieren. Drei Touren führen durch die beiden Museen und liefern spannende Hintergründe zu Gebäude und Dauerausstellung. Und kleine Museumsbesucher dürfen von 11 bis 17 Uhr in der Klosterküche malen, basteln und entdecken.
Wenn tausend Pfeifen Musik machen
An diesem Sonntag gibt es nicht nur etwas zu sehen, sondern auch einiges zu hören. Parallel zum Tag des offenen Denkmals wird der Deutsche Orgeltag unter dem Motto „Tausend Pfeifen machen Musik“ gefeiert.
In der Paterskirche setzt sich dafür ein besonderer Gast an die König-Orgel: der Essener Domorganist Sebastian Küchler-Blessing. Um 14 und 15 Uhr gibt er jeweils ein halbstündiges Konzert.
Danach dürfen die Besucher selbst hinauf auf die Empore. Kinder und Erwachsene können die König-Orgel aus nächster Nähe kennenlernen, den Balg treten, Register ziehen und dem mächtigen Instrument sogar selbst ein paar Töne entlocken.
Wer noch mehr Orgelklänge hören möchte, spaziert weiter zur Propsteikirche St. Marien. Dort spielt Kantor Christian Gössel um 13 und 16 Uhr. Auch hier kann anschließend die Orgel auf der Empore besichtigt werden.
Kaffee, Kunst und Stöbern
Zwischendurch darf eine Pause sein. Von 12 bis 16.30 Uhr lädt das Museumscafé im Rokokosaal zur Stärkung ein. Beim Medientrödel von 12 bis 15 Uhr können Besucher außerdem in Büchern und anderen Medien aus Bibliothek und Museum stöbern.
Der 13. September ist zugleich die letzte Gelegenheit, die Installation „unter fünf Augen“ von Wilhelm Mundt zu sehen. Um 16 Uhr lädt Dirk Steimann zu einem Werkgespräch in der Klosterpforte ein.
Und dann: raus in die Stadt!
Das Kulturforum ist aber nur eine Station. Insgesamt neun historische Gebäude und Orte beteiligen sich in Kempen – darunter einige, in die man im Alltag nicht ohne Weiteres hineinkommt.
Geöffnet sind unter anderem die Kapelle St. Peter, die Heilig-Geist-Kapelle, das Kuhtor, die Kapelle Heumischhof und die Kriegergedächtniskapelle Ziegelheide. Auch das Gebäude An Sankt Marien 11 kann an diesem Nachmittag besichtigt werden.
Und wer Kempen einmal von oben sehen möchte, sollte sich auf den Weg zum Burgturm machen: Von 11 bis 17 Uhr sind Besteigungen jeweils zur halben Stunde möglich.
Auf einen Blick
Kulturformum
Franziskanerkloster
Zum Tag des offenen Denkmals und zum deutschen Orgeltag am Sonntag, 13. September, sind alle Eintritte und alle Angebote kostenfrei
Kulturforum Franziskanerkloster: 11 bis 17 Uhr
Depotführungen:
11, 14 und 16 Uhr
Kinderführungen:
11.30 und 15.30 Uhr
Sakralmuseum:
Führung um 13 Uhr
Kreativstation & Museums-App: 11 bis 17 Uhr
Museumscafé:
12 bis 16.30 Uhr
Medientrödel: 12 bis 15 Uhr
Werkgespräch „unter fünf Augen“: 16 Uhr
Paterskirche: 11 bis 17 Uhr
Orgelkonzerte:
14 und 15 Uhr, anschließend Orgelbesichtigung
Weitere geöffnete
Denkmäler
Propsteikirche St. Marien:
12 bis 17 Uhr
Orgelkonzerte: 13 und 16 Uhr, anschließend Orgelbesichtigung
Kapelle St. Peter:
14 bis 17 Uhr
An Sankt Marien 11:
15 bis 17 Uhr
Heilig-Geist-Kapelle:
14 bis 16 Uhr
Kuhtor: 14 bis 17 Uhr
Burgturm: 11 bis 17 Uhr, Besteigungen jeweils zur halben Stunde
Kapelle Heumischhof:
14 bis 17 Uhr
Kriegergedächtniskapelle Ziegelheide: 14 bis 17 Uhr

