Als das Thema vor anderthalb Jahren beim UKK in einem Gespräch mit der SPD und dem Werbering herangetragen wurde, war schnell klar: Hier besteht Handlungsbedarf. Die Anforderungen an die Stadt Kempen sind vielfältig und erfordern eine aktivere Standortentwicklung. Der wachsende Onlinehandel, der Wettbewerb um Fachkräfte und veränderte Erwartungen der Besucher verlangen mehr Dynamik und Professionalität. Handel, Gastronomie und Wirtschaft brauchen eine koordinierte Vermarktung unserer Stadt aus einer Hand. Die geplante Gründung der Kempen Stadtmarketing-Gesellschaft ist hierfür der richtige Schritt zur richtigen Zeit. Den Partnern SPD, CDU, Werbering und UKK ist klar, dass das Potenzial durch die Bündelung wesentlich intensiver genutzt und die Vernetzung optimiert wird. Ein Fokus muss auf der Reduzierung von Leerständen liegen, um die Attraktivität unserer Altstadt zu sichern.
Bisher sind Aufgaben wie Tourismus, Veranstaltungen, Öffentlichkeitsarbeit auf diverse Abteilungen der Stadtverwaltung verteilt. Das bedeutet lange Abstimmungs- und Entscheidungswege. Die neue Gesellschaft soll diese Kompetenzen bündeln. Erfreulich aus Sicht der Wirtschaft und der Bürger: Es wird kein neuer aufgeblähter Verwaltungsapparat geschaffen. Bestehende Stellen und Budgets werden schrittweise überführt. Es geht um Effizienz, Stärkung der Handlungsfähigkeit und enge Kooperation. Entscheidend für den Erfolg wird zudem die Verzahnung der Generationen sein. Wir müssen die Jugend aktiv in die Arbeit der neuen Gesellschaft integrieren, damit Kempen als Wohn- und Erlebnisort lebendig bleibt. Diese Anziehungskraft schlägt die Brücke zu den drängendsten Fragen unserer Unternehmen: dem Mangel an Fachkräften und der Notwendigkeit von Wohnraum. Ein Stadtmarketing kann Fachkräfte nur anlocken und binden, wenn diese bezahlbaren Wohnraum finden.
Die Ziele für die kommenden drei Jahre sind gesteckt: Aufbau digitaler Angebote, neue Veranstaltungsformate, Stärkung der Zusammenarbeit. Dass die Wirtschaftsförderung vorerst in der Verwaltung bleibt, schadet nicht – solange die Verzahnung im Alltag gelebt wird. Für Kempen bietet sich die Chance, unsere Wettbewerbsfähigkeit zu stärken. Die Wirtschaft ist bereit, diesen Weg zu begleiten.

