Drs. Ruud Stefelmanns
Mens sana in corpore sano. Ich bin kein großer Lateiner, aber den Spruch „In einem gesunden Körper wohnt ein gesunder Geist“ habe ich mir als Physiotherapeut auf die Fahnen geschrieben. Bewegung fängt im Kopf an. Das Gehirn diktiert, ob und wann und in welcher Intensität ich mich bewege. Das sollte uns bewusst sein.
Aus diesem Grund widme ich die vierte von insgesamt fünf Kolumnen in 2026 zum Thema „Bewegung im reifen Alter“ dem Oberstübchen. Ich muss nicht in die KI schauen, um zu wissen, dass der Kopf bei jeglicher Bewegung eine entscheidende Rolle spielt, weil er das Gehirn als Steuerzentrale beherbergt, das Bewegungen koordiniert. Wer im Kopf alt, unflexibel und müde ist, wird auch seinen Bewegungsapparat nur mühsam in Gang setzen. Wer sich geistig fit hält, viel liest, agil im Alltag, aufgeschlossen gegenüber den Dingen und mitteilsam ist, wird intuitiv auch körperlich in Motion bleiben.
Die Wechselbeziehung Kopf – Körper ist naturgegeben: Ich kann nicht den Kopf trainieren, ohne auch den Körper zu trainieren. Und umgekehrt.
Im Kopf sitzt der beste Freund der Bewegung, und der heißt Wille. Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg. Wer sich auf den Weg macht, und sei es im Schneckentempo, hat schon viel erreicht. Denn der Weg ist das Ziel. Lauter Plattitüden, mögen Sie denken. Doch der Volksmund spricht viel Wahres aus. Der oben zitierte Spruch ist bereits rund 2.000 Jahre alt. Wörtlich hat der römische Dichter Juvenal geschrieben: Man sollte darum beten, dass in einem gesunden Körper ein gesunder Geist sei. Aus dem Gebet ist ein Gebot geworden: Frischer Geist macht flott.

