Mit dem „Letter of Intent“ zum klimaneutralen Gewerbegebiet Industriering Ost / Am Selder vom 25. November 2024 haben sich der UKK und weitere Player auf die Fahne geschrieben, Konzepte, Ideen und Machbarkeiten zum klimaneutralen Industriegebiet bis 2040 zu unterstützen.
Die Flächen der Firmen allein mit Solarstrom auszustatten, wird nicht funktionieren. Auch das Gebiet flächendeckend mit Fernwärme zu versorgen, ist nicht die Lösung, denn aktuell wird hierzu auch Erdgas benötigt.
Was also tun? Eine innovative Lösung wäre die Einbindung eines Reallabors, das nach dem Cradle-to-Cradle-Prinzip mit dem Ziel einer emissionsfreien Wirtschaft Energie- und Materialkreisläufe zusammenführt. Ein Reallabor ermöglicht, bereits in einem frühen Stadium, über die Chancen und Risiken einer Innovation zu lernen. Eine autarke Versorgung durch intelligente Kreislaufsysteme kann ich mir in Kempen gut vorstellen. Unsere Industrie ist stark von Produktion geprägt.
Abfall ist schon lange kein Abfall, sondern Reststoff, der genutzt werden kann. Ein zirkuläres Gewerbegebiet integriert dezentrale Energie- und Stoffstrom-Management-Systeme, die bestehende Anlagen optimieren und alle Ressourcen effizient vernetzen. Hierzu wird eine Fläche benötigt, um ein Konzept zu erarbeiten. Kempen würde über die Grenzen hinweg an Strahlkraft gewinnen und dem Standort für Ansiedlungen attraktiv machen. Natürlich brauchen wir – neben einer Industriefläche – Unternehmen, die Energie, Wärme, organische Abfälle oder sonstige „Abfälle“ zur Entsorgung haben.
Unternehmen, die Lust und die Vorstellungskraft haben auf ein ganzheitliches geschlossenes Konzept, das eine nahtlose Verwertungskette unter Nutzung aller Ressourcen und Stoffströme ermöglicht, sind eingeladen, sich beim UKK zu melden.
Im Fokus sollte stehen, die Entwicklung industrie-skalierbarer nachhaltiger Prozesse und die Bereitstellung von marktfähigen Lösungen für die Transformation zu einer zirkulären Ökonomie zu forcieren. Mit dem Ziel, den Wirtschaftsstandort Kempen zu stärken.

